Tag 8 – unsere Einreise nach Russland

Der Morgen startete mal nicht so früh und meine lieben Nachbarn hatten bereits heißes Wasser aufgesetzt, sodass mein Tag mit Kaffee starten konnte. Geil! Das Wetter war leider weiterhin kalt, nass und grau. Dennoch ging es für uns zügig los, denn die Einreise nach Russland über Norwegen stand uns noch bevor. Laut Informationen vom SAC Team konnte die Einreise nach Russland auch gerne mal bis zu 5 Stunden dauern…

So fuhren wir mit dem Team  #42 (PSA Racing) und dem Team #252 (VRNS) , durch das schöne Lappland in Finnland auf der Suche nach einer Tankstelle, denn Walter brauchte dringend Sprit. Während die Tanknadel sich immer mehr den roten Bereich näherte, ich bereits etwas unruhig wurde, war weit und breit keine Tankstelle in Sicht. Immer mal wieder standen Briefkästen und Mülltonnen am Straßenrand, aber keine Häuser weit und breit. Dafür wurden wir mit schönen Wäldern, Seen und ab und an einem Rentier belohnt. 

Wo bleibt die Tankstelle?

Doch weiterhin weit und breit keine Tankstelle zu sehen. Die Tankanzeige blinkte auf und genau da errichten wir eine kleine Stadt (ca. 5 Häuser). An einem Supermarkt standen zwei Tanksäulen. Erleichterung breitete sich in mir aus. Aber ich hatte mich zu früh gefreut. Das Kartenlesegerät war defekt. Immerhin gab es in diesem „Dorf“ noch eine weitere Tanksäule und wir konnten Walter tanken. Nochmal Glück gehabt. Denn mitten im Nirgendwo möchte ich nicht mit einem leeren Tank stehen bleiben! Nach dem Tanken ging es noch in den Supermarkt.

Zwei Fotochallenges an einem Tag erledigt

Halt, stop! War im Kinderparadies im Supermarkt etwa eine Kiste mit Legosteinen? Ben entdeckte die Kiste und dachte sofort an die Lego-Fotochallenge. An der Kasse fragten wir die Kassiererin, ob wir uns die Legos für unsere Challenge borgen könnten. Sie schickte uns den Filialleiter, der zustimmte. Wir sollten als Gegenleistung das Bild auf Facebook posten und den Supermarkt verlinken. So ging es mit der Legokiste raus zu den Autos, um die Aufgabe, das Auto auf einem 10cm hohen Legoblock zu stellen, zu erledigen. Gesagt, getan. Naja, ganz so einfach war es leider doch nicht. Beim ersten Versuch mit dem Auto auf dem Legoblock zu fahren, ging ein Legostein kaputt. Zudem rutschten die Legos immer wieder weg. Eine andere Lösung musste her. Schließlich wollten wir die ausgeliehen Legos nicht komplett zerstören. So bockten wir nach und nach jedes Auto mit einem Wagenheber auf, stellten den Legoklotz darunter und machten das Foto. 

Dann ging es wieder weiter nach Norwegen. Dort schloss sich das Team #119 (Nordish Drifter) unserer Kolonne an. An der norwegisch-russischen Grenze mussten wir uns mit unserem Reisepass aus Europa abmelden. Hm… wir hatten da noch eine Fotochallenge mit einem Polizeibeamten🤔. So fragten wir den Polizisten, ob er denn ein Foto mit uns allen machen würde, während wir ihn auf Händen tragen würden. Und tatsächlich stimmte er zu. Er unterhielt sich noch mit seiner Kollegin und plötzlich kamen zwei Polizistinnen, die das Foto mit uns machten! Cool, somit hatten wir auch dieses Foto!

Stillstand an der russischen Grenze 

Danach fuhren wir weiter an die russische Grenze. Dort standen schon ein paar Rallyefahrzeuge auf der Seite und das bereits seit ca. 2 Stunden. Unsere Autokolonne wurde auch auf die Seite gewunken und jeder bekam ein winziges Formular zum ausfüllen. Wir gingen in ein kleines Häuschen zur Passkontrolle. Dort sollten weitere Dokumente ausgefüllt werden, was jedoch nicht so leicht war, weil die Anleitung auf kyrillischen war. Wir ignorierten diese Formulare zur Einreise und stellten uns direkt zur Passkontrolle an. Als wir unseren Reisepass mit der Fan-ID (anstatt eines Visums) der Zollbeamtin gaben, holte diese einen Kollegen, der mit unseren Pässen inkl. Fan-IDs hinter einer Tür verschwand. 

Die Einreise wird uns erst mal verwehrt 

Der Polizeibeamte kam zweimal zu uns, fragte uns zur Fan-ID und unseren WM-Tickets, wollte diese auch sehen und wissen warum wir nach St. Petersburg wollen, wenn wir Karten für das Spiel in Kaliningrad haben. Der Beamte war jedoch jederzeit freundlich und vermittelte uns das Gefühl, dass alles ok sei. Wir bekamen nach ca. 15 Minuten unsere Pässe und IDs zurück und durften durch die Passkontrolle. Anschließend mussten wir Walter, sowie unser Hab und Gut beim Zoll anmelden. Die Formulare hierfür hatten wir nicht ausgefüllt. Das musste noch erledigt werden. Immerhin gab es jetzt die Unterstützung von zwei Beamtinnen, die jedoch etwas streng waren. So musste man alles was falsch geschrieben und durchgestrichen wurde mit einer Unterschrift bestätigen. Teilweise ließen sie die Dokumente nochmal neu ausfüllen.

Danach durften wir jedoch mit Walter sofort durch die Fahrzeugkontrolle. Der Beamte wollte doch tatsächlich in der Ersatzrad-Mulde nachsehen. Gott sei Dank hatten wir unsere Regal-Konstruktion so gebaut, das der hintere Teil separat und ruckzuck herausnehmbar ist. Der Beamte schaute überall eher oberflächlich. Dann wollte er unsere Medikamente noch sehen. Bei den Medikamenten hatte ich nicht gegeizt und großzügig eingepackt, hauptsächlich Globulis. Das war eine Herausforderung dem Beamten zu erklären was das für Medikamente sind und für was, da er kaum Englisch verstand. Er winkte dann einfach ab und wir durften alles zusammenpacken und die Grenze überqueren.

Die verlassene Forschungseinrichtung

Unser nächstes Ziel war eine verlassene Forschungseinrichtung im Norden Russland. Dazu mussten wir einen ca. 45 minütigen Fußweg über einen kleinen Bach und einen Schotterweg absolvieren, bis wir zur Forschungseinrichtung kamen. Bereits von weitem wirkten die teils verfallenen Gebäuden sehr beeindruckend und mystisch. Dort angekommen musste ich einfach die Gebäuden genauer betrachten und von innen erforschen. Wer mich kennt weiß, dass ich ein totaler Horror-Freak bin und somit da rein musste! Ich war von dem Ort richtig fasziniert und hätte da Stunden verbringen können. 

 

Ich fand es extrem spannend die Gebäude und die einzelnen Räume zu erforschen und war echt überrascht was ich alles vorfand. So waren teilweise die Räume komplett verwüstet und im anderen Raum wirkte es wie frisch hergerichtet.

Anschließend machten wir uns auf dem Gebiet auf der Suche nach dem „Höllenloch“. Die Russen haben während des kalten Krieges 12.000 Meter tief gebohrt und sind dabei angeblich auf die „Hölle“ gestoßen. 

In der Nähe der Forschungseinrichtung haben wir dann unser Nachtlager aufgeschlagen und ein Lagerfeuer mit den Holzklötzen vom SAC gemacht. Somit hatten wir die Tageschallenge auch noch erledigt. 

 

So ein Tag machte natürlich hungrig. Deshalb wurde trotz eiskaltem Wind der Gaskocher noch um 1:00 Uhr  ausgepackt, ein anderes Team mit Essen versorgt und gekocht. Zu Wein und Bier fanden schöne Gespräche statt, bis die Vernunft doch siegte und wir uns ins Träumeland verabschiedeten.

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