Tag 7 – Ein Tag geprägt von Nebel, Regen und Rauch

Nach einer kurzen Nacht wachten wir am Altafjord gegen kurz vor acht Uhr wieder auf. Schnell das Zelt aufgemacht und ab ging die wilde Fahrt in Richtung Nordkap. Wild wurde die Fahrt dann dummerweise tatsächlich…

Aber erst mal ging es wieder durch die wunderschöne Landschaft Nordnorwegens. Nach nicht ein mal zehn Kilometern wurden wir dann auch endlich von der ersten Rentierherde begrüßt. Der Tag fing also schon mal gut an. Und er sollte auch erst mal gut weitergehen. „Walter“ brachte uns auch weiterhin zuverlässig und zügig Richtung Nordkap und unterwegs trafen wir an einer Tankstelle zufällig die „Franken-Urbs“ wieder. Diese freuten sich ganz besonders über das Wiedersehen, da wir ihren Topf und Dosenöffner mit an Board hatten, da sie diese nach der Lofotenparty versehentlich bei uns vergessen hatten. Anschließend ging es wieder in Richtung Nordkap weiter.

Vom Regen in den Nebel

Christina brachte uns sicher über die kurvenreiche Strecke an der Küste entlang immer weiter gen Norden,. Schließlich passierten wir auch den Nordkap-Tunnel, der die einzige Verbindung der Nordkap-Insel mit dem Festland darstellt. Der Tunnel ist fast 7.000 m lang und führt steil nach unten, damit man knapp 200 m unter dem Meer hindurch fahren kann. Anschließend geht es natürlich wieder hoch und man erreicht die Nordkap-Insel. Hier hörte dann der Regen so langsam endlich mal auf – um sich mit zunehmendem Anstieg allerdings in dichten Nebel zu verwandeln. Sehr uncool, da wir doch ein Foto mit Walter vor der Weltkugel am Nordkap machen wollten.

Wir schlossen langsam zu ein paar anderen Teams auf, die ebenfalls mit CB-Funk ausgestattet waren und tauschten uns während der Fahrt ein bisschen über die Gegend mit ihnen aus. Dabei erfuhren wir, dass die gesamten Region um das Nordkap von einer Hotelkette gekauft wurde und sie deshalb eine sehr hohe Gebühr für das Parken am Nordkap verlangen. Wenn man kostenlos parken möchte, stünde einem ein Fußmarsch von 7 km bevor – und das bei dem Wetter? Dann doch lieber knapp 80 Euro bezahlen…

Walter am Nordkap

Es hilft ja alles nichts. Wir sind also ganz durchgefahren, haben uns schön brav in die Autoschlange gestellt und dann bezahlt. Wir drehten jedoch direkt wieder um und fuhren zurück. Allerdings nur, um dann die Busspur zu nutzen, um anders als die „normalen“ Touristen mit dem Auto bis zur Weltkugel durchfahren zu können. Hier stellten wir uns wieder in die Warteschlange hinter unzählige andere Rallye-Teams und fuhren Schritt für Schritt näher ans Ziel. Der Nebel wurde dabei mal besser und mal schlechter. Als wir an der Reihe wahren, war es dann halbwegs in Ordnung, aber leider auch nicht ideal. Aber seht selbst:

Nach der Foto-Session gingen wir erst mal ins dortige Restaurant, wärmten uns auf, nutzen das WLAN, luden unsere Laptops auf und unterhielten uns mit einigen anderen Teams. Hier trafen wir uns dann auch mit den Teams VRNS (#252) und PSA-Racing (#42), mit denen wir gemeinsam möglichst schnell nach und durch Russland fahren wollten, um einen Tag heraus zu holen. So würden wir nämlich einen Ruhetag in St. Petersburg einlegen können.

Erst Nebel, dann dichter Rauch

Wir vereinbarten, dass wir heute noch nach Finnland fahren würden, um uns dort zu einem gemeinsamen Nachtlager zusammen zu treffen. Getrennt fuhren wir erst einmal los. Wir mussten die letzten 100 km vom Vormittag wieder zurück in Richtung Süden. Und unser Weg führte uns erneut durch den Nordkap-Tunnel – zumindest für ca. fünf von den sieben Kilometern. Dann kamen wir plötzlich in eine Wand aus dichtem Rauch, die heftig stank. Es war offensichtlich: es brannte im Tunnel knapp 200 Meter unter der Meeresoberfläche! Na toll… Also mal eben gewendet und zurückgefahren. Dabei haben wir versucht die drei Autos, die uns noch entgegen kamen mit Lichthupe und Warnblinker zu warnen. Aber sie waren nicht aufzuhalten und mussten dann kurz darauf ebenfalls umkehren. Als wir am Ende (bzw. Anfang) des Tunnels wieder angelangt waren, stand schon eine lange Schlange an Autos davor. Obwohl die Signalleuchten am Tunneleingang weiterhin grün zeigten, hatte sich die Nachricht vom Brand im Tunnel bereits herum gesprochen. Ein Müllwagen-Fahrer, der gleichzeitig auch bei der freiwilligen Feuerwehr am Nordkap ist, telefonierte bereits mit den Einsatzkräften. Diese kamen kurz darauf auch und versammelten sich erst noch vor dem Tunneleingang um die Lage zu besprechen. Inzwischen hatte sich herum gesprochen, dass ein Wohnmobil zweier älterer Damen aus Deutschland einen Motorschaden hat und es dann dabei zu einer starken Rauchentwicklung gekommen war. Den Damen ging es aber wohl gut, sodass wir alle beruhigt waren, dass niemand zu Schaden gekommen und auch kein Rallye-Team betroffen war.

Der Eingang zum Nordkap-Tunnel von Süden her kommend.

Wir mussten allerdings eineinhalb Stunden vor dem Tunnel warten, bis dieser wieder frei gegeben war. Zumindest konnten wir uns dann gleich mit VRNS und PSA-Racing zusammenschließen. Als es dann endlich weiter ging, durften wir sogar als erstes Fahrzeug wieder in den Tunnel fahren. Gefolgt von den anderen Teams machten wir uns auf den Weg nach Finnland.

Walter knutscht einen Elch

Kurz nach der Grenze haben wir dann endlich zum zweiten Mal einen Elch gesehen. Diesmal aber sehr viel näher, als uns lieb war. Stand diese Elchkuh doch mitten auf der Straße und wir mussten kräftig in die Eisen steigen, damit „Walter“ sie nicht geknutscht hätte. 😉 Aber alles halb so wild. Es war dann doch keine richtige Vollbremsung und die Elchkuh, die ebenso erschrocken wirkte wie wir, war noch ein paar Meter weg und verschwand zügig im Wald. Leider waren wir vor Schreck nicht schnell genug, um eine unserer vielen Kameras zu zücken.

Nachtlager an einem See in Finnland

Anschließend ging es zügig weiter durch Finnland. Da unsere Tankfüllung noch für vielleicht 150 km reichen würde, wollten wir nochmal eben nachfüllen. Als dann aber endlich eine Zapfsäule kam, konnte man dort nur in bar bezahlen – allerdings nicht Nachts um halb eins. Also ging es ohne Nachschub weiter. Um das Problem – sofern es denn überhaupt eins werden sollte – würden wir uns dann morgen kümmern. Wir fanden nämlich einen tollen Platz direkt an einem See, an dem wir unser Zeltlager aufschlagen konnten. Hier legten wir uns dann erschöpft, aber glücklich zur Ruhe. Endlich hatte es mal am Ende des Tages nicht geregnet und wir konnten unser Dachzelt im Trockenen aufschlagen.

P.S.: schaut doch auch mal auf dem YouTube-Kanal von Team VRNS vorbei! 😉

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