Tag 3 – Warum eine Ziege uns abschleppen und ich bei einem anderen Rallye-Team mitfahren musste

Nach einer sehr kalten Nacht ging es (für meine Verhältnisse) wieder früh los. Denn wir hatten einige Kilometer vor uns. Vorher ging es jedoch noch unter die freistehende, eiskalte (wirklich eiskalte) Dusche am See. Nach diesem Frische-Kick fuhren wir weiter in Richtung Norden. Das Fahren ohne Navi und GPS läuft richtig gut. Nochmal ein Dankeschön an freytag&berndt, die uns mit Kartenmaterial unterstützen! Die sind echt Goldwert und ich bin schon ziemlich gut im Kartenlesen! 

Auf unserer Route werden wir von einer schönen Landschaft begleitet. Schwedische Häuschen stehen vereinzelt in den Wäldern und an den Seen. Leider spielt das Wetter nicht mit und wir werden immer wieder von neuen Regenschauern begrüßt. 

Eine Ziege hat uns abgeschleppt

Als wir in die Stadt Falu Gruva fuhren, sprang uns eine riesige  Ziege, die schon etwas an ein trojanisches Pferd erinnert, ins Auge. Wir hatten nämlich noch Aufgaben aus unserem Roadbook zu erledigen. So gibt es neben den Tageschallenges auch mehrere  Fotochallenges, die im Laufe der Rallye erledigt werden müssen, u.a. ein Foto von einem Pferd, das das eigene Auto zieht. Naja, die trojanische Ziege wird schon durchgehen.

Eine trojanische Ziege zieht „Walter“

Anschließend positionierten wir „Walter“ so, dass sich die Ziege im Fahrerfenster spiegelte, so als würde sie am Steuer sitzen. Zweites Foto von der Fotochallenge: ✅.

Hinter dem Steuer „sitzt“ eine Ziege

Aus Falu Gruva raus, kamen wir an einer Skisprungschanze vorbei, die sich gerade noch im Bau befindet. Wie es der Zufall will, stand davor ein weißes Holzpferd. Schnell das Abschleppseil ausgepackt und um das Pferd herumgebunden. Somit haben wir dann doch noch ein Foto wie Walter von einem Pferd abgeschleppt wird für unsere Challenge. 

Wäre Walter ein Quattro, dann hätten wir die Audiwerbung aus den 80er nachgestellt 😉

Ich bin die neue Copilotin im Team #179 

Das Roadbook führte uns für die Tageschallenge an eine Bushaltestelle mitten im Nirgendwo in Schweden. Die heutige Aufgabe bestand darin den Copiloten mit einem anderen Team für ca. 50 km zu tauschen und sich gegenseitig Witze zu erzählen. So wurde ich zur Beifahrerin von Team #179 – „Captain Düsseldorf“. Wir haben uns während der Fahrt so gut über Gott und die Welt unterhalten, dass wir erst am Ziel festgestellt haben, dass wir unsere eigentliche Aufgabe noch nicht erledigt hatten. So erzählte jeder noch seinen besten Witz. Naja, bei uns war es ein Unterschieden. Ich muss jedoch noch eines zu Team #179 erzählen: Am zweiten Tag hatte das Team #220 einen schweren Unfall und konnte leider nicht mehr weiter fahren. Gott sei Dank hatten sie sehr viele Schutzengel dabei, sodass die vier Teammitglieder noch am selben Tag lediglich mit einigen Prellungen das Krankenhaus wieder verlassen konnten. Die zwei Männer aus dem Team #220 kommen am 20.06. auf die Lofoten nach und waren deshalb auf der Suche nach zwei freien Plätzen, um die Rallye doch noch zu Ende fahren zu können. Das Team #179 ermöglicht ihnen das! Sehr coole Aktion! 🙂

Das bekannteste Geisterhaus in Schweden 

Am Ende der Tagesschallenge haben wir mit noch drei weiteren Teams beschlossen zur Geisterstadt zu fahren und dafür einen Umweg von ca. einer Stunde in Kauf zu nehmen. Bei der Ankunft war ich jedoch erst einmal enttäuscht, weil ich mir eine verlassene Stadt (so in etwa wie bei Silent Hill) vorgestellt hatte. Ein Ladenbesitzer hatte uns jedoch aus seinem Haus beobachtet und uns die Geschichte über die Stadt und das Geisterhaus, ein altes Pfarrhaus, erzählt. Für uns hat der Mann auch noch seinen Laden geöffnet, in dem wir eine schwedische Delikatesse (dazu morgen mehr) gekauft haben. Wahnsinn wie viel Zeit sich der Mann für uns nahm! Anschließend ging es natürlich zum Geisterhaus. 

Das Geisterhaus in der „Geisterstadt“

Das Geisterhaus in Borgvattnet, ist das bekannteste Geisterhaus in ganz Schweden. Es ist sogar möglich in diesem Geisterhaus zu übernachten. Wenn man die Nacht überlebt, gibt es ein„Survivor“-Zertifikat. Das wäre doch mal was!? Bevor wir zurück zu unseren Autos gingen, gab es noch einen gemütlichen Abendspaziergang über den Friedhof. 

Anschließend fuhren wir in Kolonne weiter Richtung Norden und schlugen unsere Zelte an einem schönen See auf, mit leider viel zu vielen (Mutanten-)Stechmücken. Ich werde morgen bestimmt wie ein Streuselkuchen aussehen, trotz Antimückenspray.

Ein langer, aber auch ereignisreicher Tag neigt sich so dem Ende zu. Mit erfolgreichen Challenges, neuen Bekanntschaften und Vorfreude auf den nächsten Tag. Um 2:00 Uhr legen wir uns jetzt in unser Dachzelt. Gute Nacht.

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