Tag 14 – Ruhetag in Polen

Mit länger schlafen wurde leider nichts. Kurz nach 8:30 Uhr wurden wir geweckt und freundlich gebeten den Platz zu räumen. Wir hatten uns an dem See einen verbotenen Platz ausgesucht. Der Herr gab uns ca. 20 Minuten den Platz zu verlassen, da dieser Bereich am See heute gesperrt werden sollte.

Im Halbschlaf packten wir somit unser Dachzelt zusammen, was innerhalb von 5 Minuten geschehen war und machten uns müde und mürrisch (ich zumindest) auf den Weg. Da wir durch unsere sportliche Leistung von gestern den anderen Teams einige Kilometer voraus waren, wollten wir den Tag entspannter angehen und die Marienburg in Malbork (dt. Marienburg) besichtigen.

Vorher steuerten wir jedoch einen Campingplatz Nähe der Burg an und durften für umgerechnet je 1.15€  die Duschen und Toiletten benutzen.😊

Auf zur Marienburg

Bereits von weiten wirkte die Marienburg sehr beeindruckend.

Dort angekommen machten wir uns erst einmal auf die Suche nach polnischen Spezialitäten, denn unser Loch im Bauch wurde immer größer. Vor der Burg war ein sehr schön hergerichteter Platz und es wirkte wie aus der Zeit, in der die Burg noch bewohnt war. Es wurden verschiedene polnische Speisen verkauft. Aber die Bezahlung ging nur in Bar. So mussten wir nochmal zum Parkplatz zurück. Dort stand ein Bankautomat, an dem wir Zloti abhoben. Dann gab es endlich Essen. Wir entschieden uns für Piroggen (gefüllte Teigtaschen), für Ben mit einer Fleischfüllung und meine mit einer Füllung aus Kartoffeln, Kraut und Käse. Einfach geil!!!

6 Stunden Marienburg

Anschließend startete unsere Besichtigung. Ben holte uns noch einen deutschsprachigen Audioguide und ich mir einen Kaffee, dann ging es auch schon auf die Erkundungstour durch die Burg. Die Marienburg zählt zu der größten gotischen Burganlagen der Welt und wurde 1997 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Sie wurde Anfang des 13. Jahrhundert erbaut und ist mit ca. 50 Millionen Ziegeln das größte erbaute Ziegelbauwerk der Welt. Im Jahre 1309 wurde die  Marienburg zum Sitz der Großmeister des deutschen Ordens (Ritterordens) ernannt.

Eigentlich wollten wir max. 2 Stunden in der Burg verbringen. Daraus geworden sind dann 6 Stunden, so beeindruckend war die Burg! Der Audioguide hat einen spannend durch die Burg begleitet. Ich war von dem gotischen Baustil sehr beeindruckt. Die Decken und Böden, die verglasten Fenster, die ein schönes Farbenspiel in die Räume brachten und wie tanzende Lichtstrahlen den Raum mit Glanz erfüllten brachte mich zum Staunen und Träumen.

In der Sommerresidenz erfuhr ich vom Audiogudie, dass diese eine Säule mitten im Raum die ganze Deckenlast trägt. Im dreißigjährigen Krieg schlug eine Kanonenkugel im Kamin des Raumes ein, die nur ganz knapp die Säule und somit den Einsturz des Raumes verfehlte. Die Kanonenkugel wurde als Symbol der Unzerstörbarkeit der Burg einbetoniert.

Am beeindruckendsten fand ich jedoch die Kapelle der Burg und ich bekam Gänsehaut beim betreten der Halle. Die Jesusstatue am Kreuz war zerstört und nur noch Überreste erkennbar. Auf der einen Seite war die Kapelle noch mit der uralten Ziegelmauer versehen. Die andere Seite und auch das Gewölbe erstrahlten in hellem Putz. Hier konnte man (leider) gut die Auswirkungen des zweiten Weltkrieges erkennen. Die Burg wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört und nach dem Krieg wieder im gotischen Stil aufgebaut. Dabei wurde darauf geachtet, dass man erkennt, welche Teile zerstört wurden und welche nicht.

Bernsteinausstellung

Der Audioguide leitete uns auch durch eine Bernsteinausstellung mit wissenswerten Informationen über Bernstein und welche Funktionen der Bernstein früher hatte. So  heißt es z.B. dass das Verbrennen von Bernstein antibakteriell wirken und eine Bernsteinkette um den Hals gegen Entzündungen/Schmerzen im Kopfbereich helfen soll. In der Ausstellung gab es Bernsteine mit Insekten zu sehen, was mich sofort an Jurassic Park erinnerte. 😂

Des Weiteren gab es wirklich sehr ausgefallene Kunstwerke aus Bernstein zu sehen.

Durch den Suveniershop kam ich leider nicht, ohne Geld dagelassen zu haben und so kaufte ich mir zwei schlichte Bernsteinanhänger für meine Kette. Vielleicht helfen die zukünftig und lassen meine Kopfschmerzen verschwinden.

Zum Abschluss unserer sechsstündigen Erkundungstour ging es noch auf den Burgturm die Aussicht genießen. Leider spielte das Wetter heute mal wieder nicht mit und es war bewölkt und sehr windig. Immerhin blieb es trocken!

Man gönnt sich ja sonst nichts…

So eine lange Erkundungstour machte natürlich hungrig. Wir bekamen von einem Team einen Tipp, wo man in Danzig gut polnisch Essen könnte. So ging es für uns ab nach Danzig. Eine wirklich sehr schöne Hafenstadt mit schönen bunten und teils alten Gebäuden. Auf dem Weg zum Restaurant lag eine katholische Kirche, die kurz besichtigt wurde. Ich zündete noch eine Kerze für meine und Bens Familie an und dann machten wir uns auf die Suche nach unserem Restaurant. Das war alles sehr modern und die Teller, die an uns vorbei gingen sahen mega geil aus. Für Essen hatten wir tatsächlich während unserer Rallye wenig ausgegeben. So gönnten wir uns einen Vorspeisenteller für zwei Personen und auch einen Hauptspeisenteller für zwei! Wie das ging? Ganz einfach: Ben bekam mein Fleisch und ich sein Gemüse! Perfekt aufgeteilt. 😂🙈 Zum Abschluss gab es dann noch einen Brownie, den wir uns teilten und der eigentlich völlig unnötig war, da wir schon aus allen Nähten platzten.

Obwohl es nicht wie erwartet die polnische Küche war, die wir eigentlich wollten, war das Essen sehr gut und die Qualität 1+.

Gegen 23:00 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Auto und fuhren noch zu einem Spot, den Ben in einer Wildcamping-App gefunden hatte. Einen Schlafplatz direkt an den Klippen mit Meerblick. Leider war es so stürmisch, dass bei Ankunft das Auto so stark wackelte und wir um das Dachzelt und uns fürchteten. Wir fuhren deshalb zu einem See ca. 45 km entfernt. Dieser war leider eingezäunt und mit  Schranken versehen. Dies machte das direkte Wildcampen am See unmöglich. Wir fanden in der Nähe jedoch noch einen Parkplatz und schlugen dort gegen 1:00 Uhr das Dachzelt auf. Zum vorletzten Mal.

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