Tag 12 – Raus aus Russland oder besser gesagt: Auf zur zweiten Party

Am zwölften Tag unserer Reise und dem fünften Tag in Russland wollten wir in die EU zurück kehren. Da wir mit langen Ausreisezeiten rechneten und spätestens um 19 Uhr an der Partylocation in Estlands Norden sein wollten, brachen wir relativ früh auf.

Oder besser gesagt: standen wir relativ früh auf. Da wir zum einen unser Geschirr mal richtig mit heißem Wasser spülen und nochmals die Chance auf eine warme Dusche nutzen wollten, zog es sich doch von neun Uhr bis halb elf, dass wir das Auto gepackt, alles erledigt und ausgecheckt hatten. Dann ging es endlich auf dem schnellsten Wege zur Grenze nach Narva.

Oder besser gesagt: Dank der äußerst suboptimalen Beschilderung in Russland und da wir ja weiterhin kein Navi nutzen durften, bogen wir vier mal auf eine falsche Autobahn ab. Wir näherten uns aber mit jedem Versuch mehr der richtigen Richtung an. Und ja, ihr habt richtig gelesen. Wir haben Autobahnen genutzt. Aber ist das nicht verboten? Ja, ist es.

Autobahnen sind also doch erlaubt

Oder besser gesagt: Auf der Rallye sind Autobahnen verboten. Es gibt aber mehrere Ausnahmen. So ist es am ersten und letzten Tag erlaubt auf Autobahnen zu fahren. Das ist natürlich sehr gut, da die deutschen Landstraßen sowieso langweilig sind und es an diesen beiden Tagen nur darum geht von Hamburg weg oder nach Hamburg hin zu kommen. Außerdem hat jedes Team drei Joker zur Verfügung. Diese dürfen eingesetzt werden, um bis zu 300 km Autobahnen zu nutzen. In St. Petersburg haben wir allerdings keinen davon eingesetzt. Denn die dritte Ausnahme stellen die Stadtautobahnen im Umkreis von 30 Kilometern um Stockholm und St. Petersburg dar. Und das ist auch gut so, da die Navigation durch St. Petersburgs Vororte auch mit Kyrillisch-Kenntnissen äußerst kompliziert und vor allem extrem zeitaufwändig wäre. So düsten wir mit Vollgas gen Westen.

Oder besser gesagt: so schnell, wie sonst bisher auch in Russland. Mehr als 130 sollen wir mit dem Dachzelt nämlich nicht fahren. Und so überholte uns ein Russe nach dem anderen. Erst auf der Autobahn und anschließend auch auf der Landstraße Richtung Grenze. Und langsam waren wir eigentlich nie. Da wir aber ebenfalls zügig unterwegs waren, konnten wir einige andere Rallyeteams hinter uns lassen.

Wie schön doch offene Grenzen sind…

Oder besser gesagt: wir konnten sie zumindest zeitweise hinter uns lassen. Denn als wir an der Russisch-Estnischen Grenze angelangt waren, mussten wir erst nochmal ca. 500 Meter vor der Grenze einen guten Kilometer in eine Seitenstraße fahren und uns in die ewig lange Schlange aus Fahrzeugen einreihen, die alle über die Grenze wollten. So wurden wir dann auch wieder von den anderen Rallyeteams eingeholt. Aber immerhin kamen wir vor ihnen über die Grenze.

Oder besser gesagt: an die Grenze. Denn dort gab es dann drei Kontrollspuren und je nachdem, in welche man von den Zollbeamten eingeteilt wurde, konnte es mal schneller gehen oder länger dauern. Warum das so ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, an den strengen Kontrollen aber sicherlich nicht. Denn die waren mehr als oberflächlich und eigentlich ein totaler Witz. Dann lag die lange Wartezeit von fast vier Stunden also nicht an den russischen Zollbeamten, sondern an den estnischen.

Oder besser gesagt: auch nicht. Auch da war die Kontrolle total oberflächlich und wir konnten relativ schnell weiter fahren, um die Partylocation, die ungefähr eine Stunde nach der Grenze lag, zu erreichen. Wenigstens konnten wir die Wartezeit dazu nutzen, um uns das Deutschlandspiel anzuschauen.

Oder besser gesagt: anzuhören. Denn während der ersten Halbzeit fanden die „Kontrollen“ auf beiden Seiten statt. Und da während des Autofahrens Fußball schauen eher ungeschickt ist, haben wir das Spiel im Radio verfolgt und offensichtlich nicht viel Ansehnliches verpasst. Dafür kamen wir auf den estnischen Straßen relativ schnell vorwärts, obwohl die Straßen tatsächlich teilweise schlechter waren, als in Russland. So kamen wir dann nach etwas über einer Stunde Fahrzeit gegen 19:00 Uhr an der Partylocation an. Diese lag sehr versteckt tief im Wald und bestand aus viel Freifläche zwischen den Bäumen zum Abstellen der Autos und einigen Tipis zum Feiern, Verweilen und Saunieren. Also machten wir uns direkt auf die Suche nach einem guten Parkplatz.

Oder besser gesagt: Die Teams VRNS, PSA und Nordic Drifter hatten uns einen super Spot freigehalten und uns direkt dorthin gelotst. Dieser Stellplatz war auch ideal für uns, um am nächsten morgen um fünf Uhr aufzustehen und aufzubrechen. Hier planten wir noch eben unsere Route für den nächsten Tag. Anschließend ließen wir den Abend bei leckerem Essen sowie kühlem Bier, das es dort gab, und in den tollen Tipi-Saunen (eine davon mit Kaltwasserbecken in der Mitte) ausklingen und fielen erschöpft und glücklich um ein Uhr nachts in unser Dachzelt. Dort konnten wir uns dann ganz entspannt erholen.

Oder besser gesagt: wir standen um 4:45 Uhr auf. Aber dazu mehr im Bericht zum Tag 13 unserer Reise…

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