Boxing Day 2017 in Belgien – Zulte Waregem vs. Charleroi

Was macht man(n), wenn die Freundin am zweiten Weihnachtsfeiertag arbeiten muss und es droht ein langweiliger Feiertag zu werden? Man fragt ein paar Leute, ob sie zum Groundhoppen mit nach Belgien kommen wollen – oder macht die Fahrt halt alleine. Da die Jungs hier aus dem Blog am 27.12. arbeiten mussten und nach dem letzten geplanten Spiel eine zu weite Strecke hätten zurück legen müssen, habe ich mal im Dortmunder Bekanntenkreis umgehört und in der Facebook-Gruppe „Groundhopping Freunde“ nachgefragt. Bei beiden Anfragen fand ich eine Person, die die Tour mitmachen wollte.

Ticket-Chaos in Waregem

Nach dem Abpfiff in Lokeren (hier geht es zu Teil 1 der Tour) ging es auf direktem Wege ins ca. 80 km südlicher gelegene Waregem. Auch hier waren wir ohne Ticket angereist und die meiste Zeit hieß es, dass es keine Tickets mehr geben würde. Das erschien uns jedoch nicht wirklich glaubwürdig, gab es doch zwei Tage vorher noch mehr als die Hälfte der Karten im Onlineshop, in dem man aber nur mit belgischer Bankverbindung einkaufen konnte. Anscheinend handelte es sich bei dem Spiel gegen Charleroi jedoch um ein Hochrisikospiel, weshalb auch relativ viel Polizei anwesend war.

Natürlich ließen wir uns nicht durch die Aussagen der nicht ausreichend informiert erscheinenden Ordner abschrecken und suchten den im Fanshop integrierten Ticketshop auf. Beides befand sich zusammen in Containern. Auch hier eher vierte als erste Liga – aber gut. Also in der Ticketreihe angestellt und dann der netten Dame erklärt, warum so viele Deutsche zu diesem Spiel kamen. Eigentlich hätte sie uns nach eigener Aussage keine Tickets raus geben können, aber nach viel gutem Zureden und einer Kopie meines Ausweises, willigte sie ein und drei Karten für den Heimstehbereich zu geben. Nicht ohne mich jedoch darauf hinzuweisen, dass ich für alle Ticketinhaber im Fall der Fälle haften müsste.

Ordnerchaos und zwei Platzverweise

Wie auch immer, wir hatten unsere Tickets und mussten jetzt nur noch den Eingang finden. Wir fragten einen Ordner, der uns dann auch tatsächlich den vermeintlichen Weg zeigte. Der Weg führte dann schon ans Ziel. Allerdings umrundeten wir das Stadion dabei zu drei Vierteln. Wären wir also in die andere Richtung geschickt worden, wären wir schneller da gewesen und hätten nicht am Gästeblock vorbei gehen müssen. Aber dass die Ordner nicht wirklich gut informiert waren, erwähnte ich ja bereits…

Wir waren dann dennoch pünktlich zum Anpfiff im Block. Das Spiel war dann auch deutlich interessanter, auch wenn es nach 27 Minuten mit der zweiten roten Karte für Zulte beim Stand von 0:1 entschieden war. Charleroi gewann dann auch verdient 4:0. Dennoch hatte der Ultrablock um das Vorsängerpult mächtig Spaß. Den Gästeblock kam man hingegen nur bei den Toren zu hören. Das Stadion an sich hätte tatsächlich auch was für sich, wenn es annähernd gefüllt gewesen wäre. So war es dann doch eine etwas trostlosere Veranstaltung.

Heimstehplatz bei Zulte Waregem

Trotz Polizeiabsperrung Belgien gecheckt

Nach dem Spiel sollte es dann direkt wieder zurück nach Dortmund gehen, was uns dann nach einigem Hin und Her auch gelang. Denn die Polizei war ähnlich uninformiert wie die Ordner. Unser Parkplatz, zu dem wir vor dem Spiel von einem Polizisten geschickt wurden, befand sich nämlich hinter dem Gästebusparkplatz. Und der Weg dorthin wurde komplett gesperrt, damit man nicht mit Gästefans in Kontakt kam. Also wurden wir von Polizeiabsperrung zu Polizeiabsperrung geschickt und erst bei der dritten nach der Versicherung, dass wir zu keinem der beiden Teams halten würden und aus Deutschland kommen, durchgelassen.

Trotz einiger Hindernisse, war das auf jeden Fall eine gelungene Hoppingtour, bei der man zwei schöne Stadien, in denen zwei interessante Vereine beheimatet sind, besuchen und ganz nebenbei den Länderpunkt Belgien checken konnte.

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